Das Modellquartier
Die Bahnstadt, ein neuer Stadtteil Heidelbergs, zeichnet sich durch ein deutschlandweit einzigartiges Energiekonzept und eine hohe bauliche Dichte aus. Die Außenanlagen für die Wohnanlage an der Promenade spiegeln diese Besonderheit wider. In Mietergärten und Gemeinschaftsfreiflächen wird durch intensive Dachbegrünung eine grüne Oase geschaffen. Durch ein komplexes Regenwassermanagement werden alle Regeneinträge vor Ort versickert. Formal orientiert sich die Außenlage an der umgebenen Architektur. Die Leistung umfasste die Koordinierung aller Gewerke im Außenraum.

Das zonierte Wohnumfeld
Das zonierte Wohnumfeld beschreibt die räumliche und funktionale Gliederung der Außenbereiche einer Wohnanlage in unterschiedlich nutzbare, klar erkennbare und gestalterisch aufeinander abgestimmte Teilräume. Ziel einer solchen Zonierung ist es, private, halbprivate, gemeinschaftliche und öffentliche Bereiche sinnvoll voneinander abzugrenzen und zugleich ein qualitätsvolles, sozial verträgliches und alltagstaugliches Wohnumfeld zu schaffen.
Die Vorgärten übertragen die ökologische Qualität der Gebäude in den Außenraum. Üppige Grünflächen mit Rasen, Wiesen, Kleinbäumen und Hecken prägen das Erscheinungsbild. Zum öffentlichen Raum hin fangen Stützmauern die Höhenunterschiede zwischen Innenhof und Umgebung ab. Durch Rotbuchenhecken werden diese Mauern optisch erhöht und bilden ein zusammenhängendes grünes Band um die Gebäude.
Der Gemeinschaftsbereich wird durch eine großzügige Wiesenfläche im Innenhof geprägt, die den städtischen Raum mit den angrenzenden Feldern und Kleingärten verbindet. Wiederkehrende Heckenelemente gliedern die Fläche, schaffen Nischen und lassen den Raum optisch größer wirken. Kleinkronige Himalayabirken spenden Schatten und schirmen die gegenüberliegenden Wohnungen voneinander ab. Einzelne Spielgeräte bieten Kleinkindern sichere Spielmöglichkeiten. Fahrrad- und Abfallstellplätze trennen den Gemeinschaftsbereich von den Mietergärten; ihre extensiv begrünten Dächer stärken den ökologischen Charakter der Anlage.
Die Mietergärten sind über verschiedene Zugänge vom Gemeinschaftsbereich aus erreichbar und bilden unterschiedlich große, den Gebäuden zugeordnete private Freiflächen. Sie sind überwiegend als Rasenflächen angelegt, können jedoch von den Mietenden individuell durch Beete ergänzt werden. In die Planung integrierte Gehölze, wie Felsenbirne, Kobushi-Magnolie oder Japanischer Ahorn, strukturieren die Gärten und schaffen räumliche Qualität. Hecken oder begrünte Trennelemente grenzen die einzelnen Gärten voneinander ab. Direkt am Gebäude liegt jeweils eine durch die Balkone überdachte Terrasse, die den privaten Wohnraum ins Freie erweitert.
Regenwassermanagement
Das Regenwassermanagement basiert auf einer differenzierten Ableitung, Speicherung und Versickerung des anfallenden Regenwassers. Das Wasser der Dachflächen wird über verschiedene Entwässerungselemente geführt: Ein Teil gelangt über Fallrohre in eine offene Entwässerungsrinne, die zugleich als gestalterisches Element im Gemeinschaftsbereich wirkt und das Wasser weiter in den „Langen Anger“ ableitet.
Das Regenwasser der Dächer von Haus 4, Haus 5 sowie der Hälfte von Haus 2 wird in einer Zisterne neben Haus 2 gesammelt. Dieses gespeicherte Wasser dient in Trockenperioden der Bewässerung der Vegetation über Versenkregner sowie Tropf- und Wurzelbewässerungssysteme. Auf der Promenadenseite der Häuser 4 und 5 wird das Regenwasser über eine Sickerpackung der Tiefgaragenentwässerung zugeführt.
Das auf der Tiefgarage anfallende Regenwasser wird über Fallrohre in eine darunterliegende Rigole geleitet. Insgesamt verbindet das Konzept gestalterische, ökologische und technische Funktionen: Regenwasser wird sichtbar geführt, gespeichert, zur Bewässerung genutzt und gezielt versickert beziehungsweise abgeleitet.

Vorteile der Aneignung zonierter Flächen:
Die Aneignung zonierter Flächen durch Nutzerinnen und Nutzer stellt einen wesentlichen Qualitätsfaktor im Wohnumfeld dar. Unter Aneignung wird verstanden, dass Bewohnerinnen und Bewohner Außenräume nicht nur passiv nutzen, sondern sie aktiv in ihren Alltag integrieren, gestalten, pflegen und mit Bedeutung versehen. Eine klare Zonierung in Vorgärten, Mietergärten und Gemeinschaftsflächen unterstützt diesen Prozess, da sie unterschiedliche Grade von Privatheit, Verantwortung und Nutzungsmöglichkeiten erkennbar macht:
Stärkung der Identifikation mit dem Wohnort. Soziale Verantwortung und Nachbarschaftsbildung. Erhöhung der Nutzungsvielfalt und Alltagstauglichkeit. Sicherheit und soziale Kontrolle. Nachhaltige Pflege und Wertbeständigkeit des Wohnumfelds.
Im Auftrag von:
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